Die letzten Tage im Kanzlerbunker (I)

16 10 2004

Teil 1 einer lesenswerten Geschichte bei Telepolis

(…)
„Meinst Du nicht, Dein Aufzug ist etwas skurril?“ höhnte Struck aus dem Hintergrund. „Hast Du überhaupt gedient?“ Der Verteidigungsminister war neben dem Kanzler der einzige im Raum, der noch auf standesgemäße Kleidung Wert legte: Anzug, Weste, Krawatte. Nur die weißen Bartstoppeln, die vom Kettenrauchen gelben Finger und die rotgeränderten Augen verrieten die Anspannung. Neben ihm hatte Müntefering den Kopf auf die Tischplatte gelegt, schreckte plötzlich hoch. Die ansonsten mit Pomade festgeklebten Haare fielen ihm wirr in die Stirn, das Gesicht war aschfahl. Dead man walking, dachte Schröder kopfschüttelnd.

(…)

Zunächst war alles gut gelaufen. Die Einführung der Hartzgesetze im Januar 2005 hatte fast reibungslos geklappt. Beim Sturm auf das Arbeitsamt im sächsischen Freiberg waren zwar zwei Büroleiter gelyncht und anschließend drei Randalierer von der Polizei erschossen worden. Aber der Schock über diese Eskalation hatte heilsam gewirkt: PDS und Verdi, die bis dahin die Proteste mit unterstützt hatten, rieten ihren Mitglieder anschließend von weiterer Teilnahme ab, mit dem linken Rest der Montagsdemonstrationen wurde der BGS schnell fertig. Die Bereitschaft der Krankenkassen, angesichts hoher Bilanzüberschüsse die Praxisgebühr für zwei Jahre auszusetzen, tat ein übriges, um die Gemüter zu beruhigen.

Update: Inzwischen gibt es auch den zweiten Teil.
Update: Teil drei.


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1 Antwort zu “Die letzten Tage im Kanzlerbunker (I)”

  1. 17 07 2016
    a (21:54:40) :

    a

    The Maastrix » Die letzten Tage im Kanzlerbunker (I)

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