Soundslides Katastrophen-Übung
12 10 2007Zusammen mit Kai war ich am vergangenen Samstag bei einer Übung der Rettungswache Pinneberg und diverser freiwilligen Feuerwehren. Das Szenario: Sieben verunfallte PKW, insgesamt 12 Verletzte und sechs im Fahrzeug eingeklemmte Personen. Ich habe die Übung zum Anlass genommen, mal eine Soundslide-Galerie mit O-Tönen zu erstellen. Für Nicht-Journalisten und Soundslides-Nerds hier erstmal das Ergebnis, auf der Folgeseite Produktionsnotizen.

(Klick auf’s Bild oder hier)
Mein erster gebauter Beitrag…. ich bin noch Anfänger und habe viel dabei gelernt – und darum geht es ja. Zielsetzung war, ein Stück zu produzieren, in dem nur die Protagonisten zu Wort kommen und Atmosphäre transportiert wird, ich wollte explizit nicht als Sprecher auftreten.
Aufgenommen mit dem Edirol R-09 von Meike, nur mit den internen Mikrofonen, weil es windstill war, Qualität find ich beachtlich. Das Gerät schluckt Batterie wie nichts Gutes und macht haptisch einen etwas billigen Eindruck. Ich habe mir gerade den Zoom H2 bestellt, der heute angekommen ist und auf den ersten Blick deutlich wertiger. Einen Vergleich der beiden Geräte werde ich demnächst mal machen, wenn ich den Zoom H2 “im Feld” testen konnte.
Ich habe zuerst versucht, mit Audacity zu arbeiten, das war aber meiner Arbeitsweise zuwider und hat nicht so funktioniert, wie ich es von den NDR-Schnittprogrammen gewohnt bin. Von Jo habe ich dann den Tipp bekommen Reaper auszuprobieren, und mit dem komme ich wunderbar klar.
Tonbearbeitung hat in etwa 10 Stunden gedauert, hier bestimmt noch Sparpotential von 5-6 Stunden drin, weil ich (Anfängerfehler) die Geschichte nicht parallel zum Aufzeichnen im Kopf habe entstehen lassen, sondern 50 Tonschnipsel hin- und hergeschubst habe. Außerdem musste ich mich noch in die Software einarbeiten. Btw: In dieser Soundcollage sind final ca. 40 Tonstückchen verbastelt.
Ich glaube, anhand der Tonschnipsel die Dramaturgie aufzubauen, ist der richtige Ansatz – und ich habe lernen müssen, dass man beim Aufnehmen noch genauer als bei Bildern drauf achten muss, was man “einfängt” – ich war fest überzeugt, einen guten Anfang und ein vernünftiges Ende zu haben, aber beim Durchhören fehlte mir dann doch ein knackiger Schluss, der Anfang ist an sich auch langweilig – besser wäre eine tolle Atmo zu Beginn gewesen.
Für alte Radiohasen nix neues, für mich aber faszinierend: Wieviel die Atmosphäre “unter” den Interviews ausmacht – “trocken” wirken viele Aussagen überhaupt nicht. Auf der anderen Seite: Die Interviews mit starken Umgebungs-Geräuschen (Anfang und Ende) wirken störend. Also: Getrennt aufzeichnen und nachher zusammenschnipseln (und vermutlich mit zwei externen Mikros arbeiten, eins für Interviews, eins für Umgebung).
Kurz zu den Bildern: Rund 500 hatte ich zur Verfügung, die ich erstmal mit kResize automatisch auf eine Breite von 800 Pixeln gebracht habe, die Ergebnisse der Automatik von Soundslides unterdurchschnittlich. Dann habe ich die Bilder grob vorsortiert (Vorschau aufgemacht und händisch zu den und umbenannt, weil die nachträgliche Sortiermöglichkeiten bei Soundslides ab 40 Bildern leider unzureichend ist. Etwas mehr als 80 sind final in knapp 8 Minuten eingebaut, das hat bestimmt nochmal drei Stunden gedauert. Problem: Durch O-Töne bekommen Füller-Bilder mitunter viel zu viel Bedeutung und bleiben länger stehen, als es Ihnen gut tut – hier sehe ich keinen Königsweg, das muss dann einfach passen. Um hier schneller zu arbeiten werden, werde ich wohl auch mal Final Cut probieren, das der Audio-Galerie-Guru Brian Storm einsetzt.
Weiteres Feedback bitte gern…



















Vom Storytelling her hätte es vielleicht gut getan, wenn du von der strengen Chronologie abgewichen wärst und gleich am Anfang mit einer Actionsequenz ein Ausrufezeichen gesetzt hättes. Die Interviews en bloc fand ich ein bisschen zu lang – dafür weiß ich jetzt endlich auch, dass man Verletzte kalibrieren kann ..
jupp, sehe ich inzwischen auch schon… hatte ursprünglich aber aus irgendeinem grund mit meinen o-tönen nicht hingehauen. danke schon mal.
[...] Wer noch mehr zum Thema wissen will sollte auf den Blog von Marco Maas gehen <LINK HIER> [...]
Sehr gute Arbeit!
[...] präsentiere Ihnen, verehrtes Publikum, die langersehnte Slideshow* von der Grossübung in [...]
[...] meiner Seite vielen Dank für die schöne Aufbereitung des Materials, wie man auf Marcos Blog nachlesen kann, war die Postproduction ziemlich Zeitaufwendig, die Zeit hat sich wie ich finde aber [...]
Marco, ich kann Dir verkünden:
Auf der “RW31″ kam deine erste vollvertonte Fotoshow sehr gut an (und das lag nicht nur am C2H5OH…).
Gruss, Kai.