Gegen den Strom – Wider dem Verpeilungsfaktor

18 12 2007

Montag-Abend: Die letzten Vorbereitungen für den kommenden Konzerttag mit dem Tourblogger treffen: Akkreditierung klären, schlüpfrige Witze in Mails verpacken, Kameratasche packen, gegen die Erkältung noch einmal Aspirin Complex und das grüne Nachtgetränk von Wick von der chemischen Seite, für die Naturheilkundefront das Gesicht mit japanischem Heilpflanzenöl einschmieren, Hörbuch anmachen, früh ins Bett gehen, Handy aufladen. (Vergessen: Die Handynummer aus Gmail auf sowas altmodisch physikalisches wie Papier umzutragen)

Dienstag: Der Wecker ist auf 6:45 gestellt, klingelt auch. Schlaftrunken wanke ich ins Bad, um den Boilerknopf zu drücken (Duschen geht bei mir nur mit ner halben Stunde Vorlaufzeit), Licht brauche ich nicht, wieder umdrehen, 20 Minuten weiterdösen. Nach 25 Minuten versuche ich, die Nachttischlampe anzumachen, Fehlanzeige – dabei ist das Leuchtmittel gerade erst getauscht (Leuchtmittel kosten immer mehr als Glühbirnen). Egal, zur Dusche finde ich auch so, es stören lediglich die Heilpflanzenölreste im Gesicht, dafür ist der Schnupfen weg. Auch das Badezimmerlicht geht nicht, aber die Leuchte hatte ich eh schon in Verdacht, nicht weiter tragisch. Als nach drei Minuten immer noch kein heißes Wasser fließt, fühle ich den kalten Boiler und in mir wächst ein Verdacht: Die Baustelle nebenan hat dem ganzen Haus den Strom gekappt.

Mit Notfallreserve kann ich noch ne halbe Stunde dösen, bis dahin werden die Jungs das bestimmt auch wieder gefixt haben. Gesagt, getan – aber auch 40 Minuten später funktioniert nirgendwo in der Wohnung ein elekrisches Gerät. Der Treppenhaus-Test belegt: Alle haben Strom, nur ich nicht – nächster Verdacht: Vor dem Urlaub habe ich möglicherweise die Stromrechnung nicht überwiesen, jetzt zwei Wochen später, schalten sie mir den Strom ab, und das wegen einer 40-Euro Rechnung. Dabei war die fehlende Einzugsermächtigung nur an mich selbst eine Erinnerung, endlich den Stromanbieter zu wechseln… Mit einem solch rabiaten Vorgehen hab ich allerdings nicht gerechnet.

Anruf bei eon-Hanse, Nummer habe ich auf irgendeiner Rechnung aus der alten Wohnung gefunden, in der ich bis Mitte des vergangenen Jahres gewohnt habe. Die Dame findet auch meine Verbrauchsstelle in der alten Wohnung, wir finden heraus, dass ich bis heute monatlich einen Abschlag zahle, ein beträchtliches Guthaben dort angesammelt habe und es kein Problem sein sollte, das Geld auf das vermutlich nicht ausgeglichene Konto der neuen Wohnung zu transferieren. Allerdings kann sie in der neuen Wohnung keine Verbrauchsstelle finden. Ein Rückruf eine halbe Stunde später klärt auf: eon-Hanse macht Gas, in der neuen Wohnung hab ich aber nur Strom – aber sie kümmert sich jetzt drum, dass ich das zuviel gezahlte Geld zurück bekomme. Und gibt mir den Hinweise, dass ich Strom bei Vattenfall bezahle – kommt mir bekannt vor. Zwischendrin Markus eine Erklär-SMS geschickt, inzwischen ist es kurz nach neun, ich bin überfällig. Die Nummer ist im Notebook glücklicherweise in der Mail-Übersicht von Google sichtbar, Webmail ohne Internet ist doch nicht so geil… Er unterstellt erhöhten Alkoholkonsum.

Anruf bei einer Freundin, um die Vattenfall-Service-Hotline herauszubekommen (wie hat man das früher ohne Internet gemacht?), bei Vattenfall kann mich die nette Dame ohne Kundennummer nicht finden, klärt mich aber über das Prozedere auf – bei einem Rückstand von 40 Euro wird noch nicht abgeklemmt. Wir verabreden Hausaufgaben: Ich versuche, eine Kundennummer aufzutreiben, sie fragt beim Außendienst nach. Als wir uns nach einer halben Stunde wieder zusammentelefonieren ist klar: Der Außendienst hat sich im Stockwerk vertan, eine andere Wohnung hätte abgestellt werden sollen, dumm gelaufen, der Kollege ist aber bereits wieder auf dem Weg zurück. Und seit ca. 20 Minuten hab ich wieder Strom… und werd gleich nochmal nen neuen Stromanbieter suchen. Und in 30 Minuten dusche ich mir endlich dieses verdammte Heilpflanzenöl vom Gesicht… Markus, morgen neuer Versuch?


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6 Antworten zu “Gegen den Strom – Wider dem Verpeilungsfaktor”

  1. 18 12 2007
    zoee (14:02:36) :

    nicht schlimm, dass ich sehr gelacht habe, oder? :D

  2. 18 12 2007
    Markus (15:21:05) :

    Jaja… ob ich das so glauben kann… entweder war die Dame sehr charmant, oder Du verträgst einfach keine zwei Flaschen Gin mehr :-)

    Bis morgen dann.

  3. 18 12 2007
    Marco Maas (17:24:59) :

    zoee: überhaupt nicht, seit der strom wieder da ist, find ich die geschichte auch sehr komisch ;-)

    markus: mit einer charmanten dame an meiner seite hätte ich mir die wartezeit ja wirklich angenehm vertreiben können, aber leider lebe ich ja quasi im zölibat. und die zwei flaschen gin brauch ich doch am morgen schon, um meine hand ruhig zu halten ;-)

  4. 18 12 2007
    Stefan (23:22:22) :

    Mir reicht morgens immer eine Katzenwäsche, und da geht auch kaltes Wasser – mach ich eigentlich immer so. Aber klar, da Alkohol ja den Körper auskühlt, wäre das mit Deinem Gin zusammen nicht so gut…

  5. 19 12 2007
    Marco Maas (01:36:08) :

    aber meine frisur…. ne ernsthaft, ohne dusche fühl ich mich morgens sowas von dreckig… und dieses öl ging auch mit kaltem wasser nicht mal in ansätzen weg. ist ja nicht so, dass ich es nicht ausprobiert hätte. und gin hatte ich heute… wenn sich morgen der strom wieder verabschiedet, werde ich berichten können :-)

  6. 19 12 2007
    c-v (17:24:41) :

    autsch – na, denen wuerd’ ich aber ‘ne fette Rechnung schicken… Aber so sind die Wattenfaller *g* halt :/

    Aber am Abend hat man auch nix mehr gerochen *eg*…

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