Nächtliche Koalitionsgespräche – nur warum?

7 10 2005

Sonntagabend wollen sich Schröder, Merkel und Co. zu weiteren Gesprächen zusammensetzen – wie ich im Radio hörte, sollen die Verhandlungen notfalls “bis in die Nacht” laufen. Ist das alles nur Mediendramaturgie, damit am Montag behauptet werden kann, dass nach “zähen und aufreibenden Verhandlungen” schließlich ein “konsenzfähiger Kompromiss” gefunden werden konnte, den “alle Partner als zufriedenstellend” bezeichnen konnten? Schließlich habe der Souverän (als die Wähler) ja schließlich einen Auftrag gegeben, blah, blah, blah…

Wenn _ich_ deren Situation wäre, hätte ich mich schön nach dem Sonntagsfrühstück zum Brunchen verabredet, und wenn es länger gedauert hätte, hätte man abends um zehn die Ergebnisse verkünden können, und am nächsten Tag wären die Pressekonferenzen für die Kandidaten auch ausgeschlafen zu meistern gewesen. Und die Zeitungen hätten für die Kommentare auch ein wenig mehr Stoff. So müssen jetzt alle mal wieder mit ganz vielen Wenns und Danns und Fragezeichen arbeiten, auch unbefriedigend. Aber mich fragt ja keiner.

Eine Bekannte hat heute übrigens einen Außenminister Schröder ausgeschlossen, das würde ihrer Meinung nach Doris gar nicht gestatten, schließlich habe die Dame bereits immer Familienwerte propagiert und ein Papi auf Achse sei nicht gut für Töchteren Viktoria.

NACHTRAG: Lese gerade, Herr Knuewer hat sich schon vor mir mit symbolischer Politik beschäftigt.